Handarbeit aus Überzeugung: Fachgruppentreffen bei der Margarete Ostheimer GmbH in Zell unter Aichelberg

Anfang Mai war es wieder soweit: Die Mitgliedsunternehmen der Fachgruppe Holzspielzeug versammelten sich zum Frühlings-Treffen am Nordrand der Schwäbischen Alb. Gastgeberin des Treffens war die Margarete Ostheimer GmbH, weltweit bekannt für ihre handgefertigten Holzfiguren und Holztiere. Geschäftsführerin Sibylle Engstrom begrüßte die rund 30 Gäste im Hauptsitz des Unternehmens in Zell unter Aichelberg, dem Ort, in welchem Margarete Ostheimer im Jahr 1967 in ihrer eigenen Wohnung begann, Spielzeug aus Holz zu produzieren.

Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine bewegte Zeit hinter der Firma. Gegründet von Margarete Ostheimers Eltern Walter und Adeline als Klaus Spielzeug im oberbayrischen Unterwössen, musste die Firma Ende der 50er Jahre Konkurs anmelden. „Holzspielzeug war damals komplett out“, so Sibylle Engstrom. „Alle wollten auf einmal nur noch Plastikspielzeug aus Amerika.“

Der Umzug nach Zell markierte einen Neuanfang für das Unternehmen. Margarete Ostheimer konzentriert das Produktportfolio auf Massivholzfiguren, welche sie Ende der 50er Jahre gemeinsam mit ihrem Vater Walter entworfen hatte. Der „Ostheimer-Stil“ wird zum Markenzeichen und ist bis heute das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Heute produziert Ostheimer allein am Standort Zell mehr als eine halbe Million Holzfiguren pro Jahr.

Neben rund 70 festangestellten Mitarbeitern beschäftigt Ostheimer zahlreiche Heimarbeiter, welche den über 500 verschiedenen Figuren mit Farbe und Pinsel den charakteristischen Anstrich verleihen. „Die Arbeit ist äußerst anspruchsvoll“, so Sibylle Engstrom. „Bis eine Person wirtschaftlich arbeiten kann, vergeht mindestens ein halbes Jahr“. Wie bei anderen Firmen werde es auch für Ostheimer zunehmend schwieriger, genügend Personal zu finden, der Markt ist leergefegt. „Wir positionieren uns daher als moderner Arbeitgeber, bei welchem sich Menschen wohlfühlen und kreativ tätig sein können“, so Engstrom. Um dies zu kommunizieren, nutzt Ostheimer intensiv die sozialen Medien. Das Social Media Team inszeniert Figuren, Tiere und Fahrzeuge in zeitgemäßer Weise und begeistert mit relevantem Content nicht nur die heimische, sondern eine zunehmend internationale Fan-Gemeinde. Der Export-Anteil des Unternehmens liegt bei rund 25%.

Der wahre USP von Ostheimer bleibt jedoch die Handarbeit. Hiervon konnten sich die Teilnehmer bei der anschließenden Betriebsführung überzeugen. Sägen, schleifen, bemalen, ölen: Jeder Produktionsschritt wird von Hand ausgeführt. Vor allem das Schleifen ist weniger eine technische als vielmehr eine gestalterische Tätigkeit. „Wenn jemand bei uns eine Figur schleift oder bemalt, so hat diese Person je nach Erfahrung ein Repertoire von rund 3-10 Figuren“, so Engstrom. Hier wird deutlich, warum die Produktion von Ostheimer-Figuren äußerst personalintensiv ist. Auch aus diesem Grund ist Sibylle Engstrom sehr stolz darauf, dass es der Firma nach der Flüchtlingskrise 2015 gelungen ist, insgesamt sieben junge Menschen in den Betrieb zu integrieren. „Fünf von ihnen arbeiten nach über acht Jahren immer noch bei uns und sind ein integraler Bestandteil unseres Unternehmens geworden.“

Wir finden: Ostheimer ist eine beeindruckende Marke mit enormer Strahlkraft und großem Wiedererkennungswert, die gleichzeitig ihrem Markenkern in vielen Jahrzehnten treu geblieben ist. Wir drücken die Daumen, dass sich die Marke auch in diesen schwierigen Zeiten weiter positiv entwickeln wird! Die Fachgruppe Holzspielzeug bedankt sich sehr herzlich bei der ganzen Firma Ostheimer und beim Orga-Team (neben Sibylle Engstrom vor allem Marianne Haid und Ralf Wendland) für die außerordentliche Gastfreundschaft!

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgruppen-Treffens vor der Verwaltung von Ostheimer in Zell unter Aichelberg
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